Jugendarbeit: CDU-Antrag wird im Stadtrat behandelt
„Breite Jugendarbeit ist eine Stärke
Hachenburg - Die gute Jugendarbeit in Hachenburg ist nicht wirklich ein Geheimnis. Allerdings mangelt es den professionellen wie den ehrenamtlichen Angeboten zuweilen an der öffentlichen Wahrnehmung. Manches läuft scheinbar im Verborgenen oder wird einfach als selbstverständlich hingenommen. Da ist es nicht schlecht, wenn sich der Stadtrat einen fundierten Überblick verschafft. Fazit: Die verschiedenen Institutionen sorgen in beispielhafter Breite und Tiefe dafür, dass junge Familien, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Beratung, Betreuung, Freizeitangebote und Lebenshilfe vorfinden. Sie sind gut vernetzt und verstehen sich als wichtige Ergänzung zu Schulen und Familien. Mindestziel müsse es sein, so fasste Kurt Todt (Grüne) zusammen, diese Anlaufstellen beizubehalten.
Auf Antrag der CDU-Fraktion beschäftigte sich der Stadtrat mehr als eine Stunde lang exemplarisch mit vier Institutionen der Jugendarbeit. Vorgestellt wurden das Jugendzentrum, der Kinderhort, der Jugendraum und der Kinderschutzbund. Die Verbandsgemeinde, so Bürgermeister Peter Klöckner, betrachte deren Arbeit als sehr wertvoll und lasse sie sich pro Jahr rund 250.000 Euro kosten. Klöckner betonte darüber hinaus die enorme Bandbreite der aktiven Jugendarbeit in Hachenburg, vom Elternbesuchsdienst über die Schulsozialarbeit bis zu den Vereinen. SPD-Sprecher Dietrich Schönwitz nannte zudem das Jugendparlament, welches wichtige demokratische Grundlagenarbeit leiste. Für die CDU fragten Tobias Petry und Karl-Heinz Boll in erster Linie nach den Öffnungszeiten (vor allem während der Ferien), nach Alterszielgruppen und Anteilen junger Nutzer mit Migrationshintergrund.
Michaela Leicher stellte das seit 33 Jahren existierende Jugendzentrum mit seinen zentralen und dezentralen Angeboten vor. Die Palette reicht von Kultur und Sport über Ferien und Freizeit bis zu Prävention und der zunehmend wichtigen Einzelfallhilfe. Genutzt wird das JZ von Kindern ab sieben Jahren. Als Wunsch für die Zukunft nannte sie den Anbau eines Veranstaltungsraums.
Anette Orthey schilderte die Arbeit im Kinderhort Mosaik (in der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Realschule plus). Der seit 2000 bestehende Hort betreut 20 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren nach dem Unterricht und an schulfreien Tagen (bis auf drei Wochen im Sommer). Auch nach Einführung der Ganztagsschulen gebe es Eltern, die sich bewusst für den Hort entschieden. Orthey: „Seit 2010 haben wir sogar eine Warteliste.“
Der städtische Jugendraum im Keller des Vogtshofes ist laut Leiter Thomas Sonnenschein vor allem Anlaufstelle für 18- bis 20-Jährige, überwiegend aus Familien mit ausländischen Wurzeln. Daneben suche er auf der Straße das Gespräch mit jungen Leuten über deren teils ernste Probleme (Drogen, Perspektivlosigkeit). „Dieses Streetworking ist uns sehr wichtig“, betonte Karl-Heinz Boll.
Beispielhaft für die vielseitige ehrenamtliche Jugendarbeit skizzierte Mechthild Brenner das Wirken des Kinderschutzbundes Hachenburg. Seit mehr als 20 Jahren engagiert sich der Verein, bietet Hausaufgabenhilfe, Kurse, Sorgenbüro in der Grundschule, „Begleiteten Umgang“, Secondhand-Laden und vieles mehr. elm“
Quelle: Westerwälder Zeitung vom 22. Juni 2011



